Liebe Saisonfahrer!

Immer wieder bekommt man Fragen über Fragen bezügliche dem Abstellen des Mopeds und dem Winterfest machen. Hier die Zusammenfassung der Tips die jeder selbst und ohne gro0e Werkzeugausrüstung selbst machen kann. Werkstätten machen das zwar anders, aber die haben auch andere Möglichkeiten als die meisten Mopedfreunde. Die Tips klappen aber genauso und sind von jedem leicht selbst durchzuführen - sie gelten auch für alle Zweiräder, egal wie groß, wieviele Zylinder, Vergaser etc..

Batterie und Tank:
Das mit der Pflege der Batterie liest man ja immer mal wieder in den Foren (Batterie ans Ladegerät mit Erhaltungsladungsfunktion), auch über das Auffüllen des Tanks mit Benzin (damit sich kein Rost dort bildet bzw. weiterrostet) wird immer wieder gesprochen. Vergessen wird dabei das sich durch die Feuchtigkeit in der Luft, bzw auch noch erhöht bei Fahrten in und direkt nach dem Regen, sich diese Feuchtigkeit immer weiter kumuliert und sich an den tiefsten Punkten des Tanks sammelt und dort verbleibt. Abhilfe kann da nur die komplette Leerung des Tanks schaffen, da Benzin leichter ist als Wasser kann das nur verdunsten wenn der Treibstoff komplett raus ist.

Da die Meisten von uns ja eher selten bis garnicht auf Reserve fahren wird der Sprit nicht vom Boden des Tanks aus fließt sondern einige Zentimeter höher durch ein im Benzinhahn eingestecktes Röhrchen den Tank verläßt. Und selbst wenn man öfters die Reservefunktion nutzt kann je nach Bauart des Benzinhahns immer noch ein Rest Feuchtigkeit im Tank verbleiben und damit Rost verursachen. Also sollte man alle paar Jahre, wenn man das Motorrad über Dekaden nutzen möchte die lange Standzeit mal nutzen um den Tank komplett trocken zu legen.

Dann gibt es auch noch die Möglichkeit durch zugeben eines entsprechenden Additivs das Wasser mit dem Sprit zu verbinden (es bildet sich eine Emulsion). Dadurch verschwindet die Feuchtigkeit dann durch den Auspuff. Den Zusatz  muß man aber bei der vorletzten Tankfüllung zugeben und den Tank relativ leer fahren, sonst kann die Feuchtigkeit über die Standzeit eventuell wieder "ausflocken" und wird erst nach wiederinbetriebnahme verbrannt.

Bei Bikes ohne Benzinhahn ist das übrigens kein Problem, da der Pistensaft da immer am tiefsten Punkt abgesaugt wird bzw. rausfließt und damit auch die Feuchtigkeit.

Benzinhahn:
Ganz wichtig ist auch den Benzinhahn zu schließen, denn der Treibstoff verdunstet auch im Vergaser! Dauert zwar lange, aber dann ist die unangenehme Überraschung umso größer! Der verdunstete Treibstoff hinterläßt doch Reste die nicht verdunsten!. Ich hatte da mal einen Fall wo der Besitzer das Moped ca. 10 Jahre nicht genutzt hat und mit vollem Tank abgestellt hatte und vergaß den Benzinhahn zu schließen. Ergebnis: Tank war leer und die Schwimmerkammern von innen versteinert. Ich mußte sogar die Gaszüge ausbauen da die Schieber von der Düsennadel festgehalten wurden. Da half auch kein Ultraschallbad mehr die Vergaser waren innerlich versteinert und ließen sich nicht mehr retten. Womit wir zum nächsten Punkt kommen.

Vorsicht: bei besonders langen Standzeiten quellen die Dichtungen die mit dem Benzin in Berührung kommen auf, wogegen der Rest austrocknet. Das kann zu starken Undichtigkeiten führen bis zum dauernden Auslaufen des Treibstoffs bei Wiederinbetriebnahme egal ob auf oder zu!

Vergaser: (gilt nicht für Mopeds mit Einspritzanlage bzw. Benzinpumpen
Was immer wieder gerne vergessen wird ist, daß sich in der/den Schwimmerkammer(n) des/der Vergaser auch Benzin befindet und dann über die Standzeit verdunstet (s.o.). Dann bildet sich bei wirklich langen Standzeiten eine Kruste an allen Stellen des Vergasers an denen sich der Sprit befindet: Schwimmerkammer, Leerlaufdüse, Hauptdüse, Düsenstock. Wenns nur ein paar wenige Male über die Lebensdauer der Maschine passiert, ists meist nicht schlimm, auch wenn die Kruste sich meist nicht mehr auflöst. Über die vielen Male des einmottens summiert sich das dann doch und irgendwann will "die Mistkiste" dann im Frühjahr nicht mehr starten ... da hilt es nur wenn man die Schwimmerkammern vor dem Abstellen leert.

Ich bevorzuge die einfache Methode: Benzinhahn zu und den Motor im Stand so lange laufen zu lassen bis der Motor von selbst ausgeht. Wenn möglich mit wenig Gas solange im Kreis zu fahren bis sie nicht mehr läuft dann entfällt das Folgende: Motor mit etwas gasgeben nochmal starten und so solange weiterlaufen zu lassen bis der Motor wieder ausgeht.

Grund dafür: Die Leerlaufdüse ist bei fast allenVergasern höher angebracht als die Hauptdüse. Der Sinn dahinter ist, das der Motor im Teillast- und Volllastbereich nur etwas Leistung verliert und man noch vor dem völligen Absterben noch den Benzinhahn öffnen kann und nicht am Straßenrand warten muß bis die Schwimmerkammern wieder geflutet sind,. So läuft dann der Motor schnell wieder rund ohne zwischendurch auszugehen.

Alternativ kann man natürlich auch nach dem Schließen des Benzinhahns auch die Vergaser "richtig" entleeren, ist aber nur was für Fortgeschrittene! Viele, grade ältere Motorräder, haben unten an der Schwimmerkammer einen kleinen Nippel für einen Schlauchanschluß, manche haben auch zwei davon (die 2. für den Überlauf der Schwimmerkammer), und eine Ablaßschraube. Aber leider nicht alle und außerdem sind, besonder bei den modernen Motorrädern die Vergaser hinter Verkleidungen "versteckt" so daß man nur mit Mühe drankommt. Außerdem braucht man ja auch den dünnen Schlauch und ein Gefäß zum auffangen des Treibstoffs und die Dichtung der Ablaßschraube kann natürlich auch verletzt werden beim Öffnen und dann undicht sein ...

Räder und Reifen:
Es ist sehr sinnvoll das Motorrad nicht über die Standzeit mit halbplatten Reifen auf dem Seitenständer oder an die Wand angelehnt stehen zu lassen. Als erstes den Luftdruck der Reifen um ca. 0,5 bar erhöhen damit es möglichst bei der Inbetriebnahme keinen Platten hat.

Das Folgende ist nicht so wichtig fürs Winterfest machen von Monkeys oder Daxen, die wiegen ja nicht viel. Wenn es einen Hauptständer hat, ist das ideal und man kann den benutzen. Dann das Heck mit orgend etwas ausreichend schweren soweit belasten das das Moped nur mit wenig Gewicht mit dem Vorderrad auf dem Boden steht. Sollte es keinen haben kann man, je nach Auspuffverlauf auch einfach eine umgedrehte Bier- oder Colakiste unter den Motor stellen und das Moped damit "aufbocken", oder vier Haken in die Decke schrauben und an Lenker und Gepäckträger oder Hinterrad mit Zurrgurten unter die Decke hängen (geht wirklich sofern die Maschine nicht zu schwer ist - also eher für Crosser, MSXen usw.), laßt Euch was einfallen! Aber wenn alles nicht geht muß man halt in den sauren Apfel beißen und das Moped ab und an etwas verschieben damit die Reifenkarkassen keine Dellen bekommen.

Öle:
Ist ein Ölwechsel in naher Zukunft angesagt? Dann beim Einmotten vorziehen und das Moped mit frischem Motoröl wegstellen. Ist ja meist nicht zu kompliziert und schnell gemacht! Ölfilter wechseln ist natürlich auch kein Fehler wenn das Moped einen hat. Natürlich nach dem Ölwechsel den Motor noch einmal etwas laufen lassen und dann erst die Schwimmerkammer (s.o.) leeren. Das frische Öl soll ja überall im Motor vor dem Winterfest machen hinkommen!

Sinn dahinter: Altes Motoröl verändert seine Konsistenz und darin enthaltene Schwebeteilchen sinken nach unten, bilden erst einen Ölschlamm der sich dann verhärtet zu einer teerartigen Masse, die kann dann bei der Wiederinbetriebnahme eventuell die Ölpumpe/Filter verstopfen und so den Motor schnell zerstören. Außerdem kann, je nach verwendetem Motoröl und Belastung das Öl chemisch aggressiv werden und Dichtungen oder andere Bauteile angreifen.

Ich hoffe ich habe damit so ziemlich alles abgedeckt was an Fragen aufkommen kann.

Bleibt gesund und unfallfrei!